Acht Medaillen bei der JEM

Dreimal Gold, einmal Silber, viermal Bronze – mit reichlich Medaillen beendeten Astrid Brunsing und Clara Steinberg von der DLRG Ennigerloh jetzt die Junioren-Europameisterschaft in Belgien.
Während es für Clara (18) bereits der dritte Start in der DLRG-Nationalmannschaft war, hatte Astrid ihre Premiere. Und krönte das Debüt gleich mit einer Einzelmedaille: Im 100m Lifesaver ging die amtierende Junioren-Weltmeisterin auf dieser Strecke sicher als Favoritin ins Rennen. Nach einem gesundheitlich durchwachsenen Jahr war sie aber auch mit der Bronzemedaille lecker zufrieden. Zusammen mit Clara Steinberg gewann sie zudem Bronze in der 4*25-Meter-Puppenstaffel.

Clara legte im Schwimmbad in Brügge noch eine Goldmedaille nach: Beim Retten mit Seil ging es weniger ums Schwimmen als um geschicktes Retten: Als Retterin am Beckenrand hatte sie ein 15 Meter langes Seil aufzuwickeln, dieses ihrer Partnerin in zwölf Meter Entfernung zielgenau zuzuwerfen und sie dann – sofern sie das Seil gefangen hat – schleunigst an den Beckenrand zu ziehen. Im Vorlauf benötigte Clara zwei Versuche und qualifizierte sich überhaupt nur knapp für das Finale. Dann aber saß der erste Wurf und sie zog so kräftig, dass der Konkurrenz nur die weiteren Plätze blieben. Nach Silber und Bronze in 2015 und 2016 war nun die goldene bereits die dritte Medaille, die Clara Steinberg im Einsatz für die Junioren-Nationalmannschaft in dieser Disziplin gewann.

Ihre eigentliche Spezialität sind indes die Sprintdisziplinen im Sand. Deshalb verbrachte sie die Trainingszeit im Ennigerloher Freibad auch mehr im Beachvolleyballfeld als im Schwimmbecken. Am Nordseestrand von Ostende räumte sie dann auch richtig ab: Gold mit der 4*90-m-Strandsprintstaffel, Silber im Beach-Flags-Wettbewerb und Bronze im 90-m-Strandsprint.
Den 90-m-Sprint absolvierte sie im strömenden Regen. Die Deutschlandstaffel brachte sie als Starterin bei Wind und Wolken auf die Erfolgsbahn. Astrid war hier die zweite Läuferin und freute sich somit ebenfalls über Gold.
Beim Sprint- und Reaktionstest Beach Flags über 20 Meter war Clara im letzten der 20 Sprints um die wenigen Stäbe sogar der favorisierten Irin überlegen, was Bundestrainerin Elena Prelle entsprechend begeisterte. Für fünf Minuten wurde Clara bereits als Junioren-Europameisterin gefeiert, ehe ein Prostest der Konkurrentin ihr eine unfaire Behinderung vorwarf und das Schiedsgericht die 18-Jährige auf Rang zwei zurückstufte. Widerspruch zwecklos. Traurig für den Moment, aber auch mit der Silbermedaille hat Deutschlands schnellste Sprinterin bewiesen, dass sie zur europäischen Spitze gehört.

Am Ende reichte es für das Juniorenteam in der Gesamtwertung nicht für das Treppchen und Deutschland belegte als Titelverteidiger Platz vier.