Voller Erfolg bei WM in den Niederlanden

Ennigerloher Mädels gewinnen WM-Gold

Die jungen Rettungsschwimmerinnen der DLRG Ennigerloh haben sich den Traum von einer Goldmedaille erfüllt: Bei der U18-Weltmeisterschaft für Vereinsteams haben die Mädchen die 4x25-Meter-Puppenstaffel gewonnen. Ein Weltmeistertitel für Astrid Brunsing im 100 Meter Lifesaver und Silber für Målin Thorwesten im 100 Meter Retten mit Flossen kamen dazu.

Genau diese Puppenstaffel und diese Goldmedaille hatten Astrid, Clara, Målin und Ricarda immer im Visier. „Das war wirklich eine Punktlandung“, sagt Trainerin Vera Oliwa voll zufrieden: „Die Mädels waren auf den Punkt fit.“ Beim letzten Staffelwechsel lagen die Ennigerloher Juniorinnen noch an vierter Position. Doch mit einem fulminanten Schlusssprint sicherte Målin der Staffel um Haaresbreite die Goldmedaille. Dann kannte der Jubel keine Grenzen.

Vom 13. bis 17. September waren mehrere hundert Junioren bis 18 Jahren bei der Rescue in den Niederlanden angetreten. Zwei Tagen Wettkampf im Schwimmstadion von Eindhoven folgten drei weitere Wettkampftage am Nordseestrand von Noordwijk.

Seit Jahresbeginn trainierten Lena Averdung (15), Astrid Brunsing (17), Ricarda Gottschlich (18), Helena Liebich (15), Clara Steinberg (17) und Målin Thorwesten (17) intensiv auf diese Meisterschaft hin, die speziell für Vereinsteams aus aller Welt ausgeschrieben ist. Mit bis zu vier Schwimmeinheiten pro Woche sowie zwei Kraft- und Athletikeinheiten waren die Mädels im Jahresverlauf gut ausgelastet. Lauf- und Sprinttraining, Paddeln auf dem Rettungskayak und Paddleboard kamen bei wärmeren Temperaturen hinzu. Für Schwimmer eher ungewöhnlich war der Boxkursus Anfang des Jahres zur Stärkung der Kraftausdauer. Trampolinspringen und Indoor-Klettern sorgten für weitere Abwechslung und Stärkung des Teamgefühls. Das Pfingstwochenende hatten die Juniorinnen zum Kennenlernen der Gegebenheiten am Strand von Noordwijk genutzt.

Vier Finals in 60 Minuten

Nur 15 Minuten nach dem Staffel-Erfolg hatte Målin bereits ihr nächstes Finale: 100 Meter Retten mit Flossen verlangten der 17-Jährigen alles ab. Nach 57,19 Sekunden schlug Målin hinter einer spanischen Schwimmerin als Zweite an. Mit Silber war sie vollauf zufrieden, zumal sie bereits im Vorlauf einen neuen deutschen Juniorenrekord aufgestellt hatte.
Die Krönung war der Siegeszug von Astrid Brunsing. Die 17-Jährige war bereits mit der schnellsten Vorlaufzeit ins Finale eingezogen. Als Favoritin war der Druck im Endlauf besonders hoch, zumal das ganze Jahr über keine Juniorin in Deutschland schneller war. Diesem Druck hielt Astrid Stand und gewann hauchdünn den Weltmeistertitel im 100 Meter Lifesaver.

Im Finale der Gurtretterstaffel patzten die Mädels allerdings und wurden disqualifiziert. Doch mit weiteren guten Platzierungen rundeten die Ennigerloherinnen das gute Ergebnis der zwei Hallenbad-Tage ab: Målin erreichte noch den 5. Platz im 50 Meter Retten einer Puppe. Die Hindernisstaffel der Mädchen erreichte Platz 10. Mit einer neuen Bestzeit erreichte Helena Liebich Platz 73 unter 94 Sportlerinnen im 200 Meter Hindernisschwimmen. Ricarda Gottschlich kam ebenfalls mit einer neuen Bestzeit auf Platz 28 im 100 Meter Lifesaver unter 114 Starterinnen.

Zwei Tage Wettkampf waren eigentlich schon anstrengend genug. Doch der schwierige teil folgte noch: Am Nordseestrand von Noordwijk folgten die Freiwasser-Disziplinen. Und gleich am ersten Tag unter freiem Himmel wechselten die Vor- und Zwischenrunden im Retten mit dem Rettungsbrett und der Gurtretterstaffel ohne lange Pausen. Målin schwamm insgesamt sechsmal raus aufs Meer zu ihrer Boje, um abwechselnd von Clara auf dem Board oder Astrid mit Flossen und Gurtretter abgeholt zu werden. Mit dem Brett war im Achtelfinale das Ende der Fahnenstange erreicht. Für die Gurtretterstaffel reichte es zum B-Finale und zu Platz 10.

Freiwasser-Disziplinen kosten letzte Kräfte

Am vierten Wettkampftag ließen die Mädels Board und Rettungsski ausfallen und nutzten den Tag stattdessen zur Regenration. Das zahlte sich am letzten Tag aus, als in der 4-x-90-Meter-Strandsprintstaffel Platz 13 heraussprang. Im Einzelsprint über 90 Meter verpasste Clara die Bronzemedaille denkbar knapp und wurde Vierte. Im Beach Flags schaffte sie es auf Platz 8. Dann war bei der 17-Jährigen endgültig die Luft raus, denn für Clara war dies schon der neunte Wettkampftag in Folge.
Denn in der Woche zuvor war sie bereits in der Junioren-Nationalmannschaft gestartet und hatte zwei Bronze-Medaillen gewonnen: Beim „Retten mit Seil“ sowie in der Gurtretterstaffel.

In der Gesamtwertung dieser Junioren-Weltmeisterschaft in den Niederlanden erreichen die sechs Mädels der DLRG Ennigerloh als zweitbestes deutsches Team unter 106 Mannschaften am Ende den 13. Platz. Im Medaillenspiegel der Vereinsteams bedeutet dies sogar Platz acht.

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