Jetzt geht's los

Die jungen Rettungssportlerinnen der DLRG-Ortsgruppe Ennigerloh befinden sich auf der Zielgeraden. Nun gehen die sechs Mädels bei der Junioren-Weltmeisterschaft im Rettungsschwimmen an den Start, worauf sie sich das ganze Jahr intensiv vorbereitet haben, und erreichen dann das Ende einer langen, kurvigen und mit Steinen und Hindernissen belegten Straße. Vom 13. bis 17. September treten mehrere hundert Junioren bis 18 Jahren aus 40 Nationen bei der Rescue in den Niederlanden an. Zwei Tagen Wettkampf im Schwimmstadion von Eindhoven folgen nach einem Tag Pause zwei weitere Wettkampftage am Nordseestrand von Noordwijk. Und die sechs Juniorinnen der DLRG Ennigerloh sind mittendrin.

Seit Jahresbeginn trainieren Lena Averdung, Astrid Brunsing, Ricarda Gottschlich, Helena Liebich, Clara Steinberg und Målin Thorwesten auf diese Meisterschaft hin, die speziell für Vereinsteams aus aller Welt ausgeschrieben ist. Mit bis zu vier Schwimmeinheiten pro Woche sowie zwei Kraft- und Athletikeinheiten waren die Mädels im Jahresverlauf gut ausgelastet. Lauf- und Sprinttraining, Paddeln auf dem Rettungskayak und Paddleboard kamen bei wärmeren Temperaturen hinzu. Für Schwimmer eher ungewöhnlich war der Boxkursus Anfang des Jahres zur Stärkung der Kraftausdauer. Trampolinspringen und Indoor-Klettern sorgten für weitere Abwechslung und Stärkung des Teamgefühls. Das Pfingstwochenende hatten die Juniorinnen zum Kennenlernen der Gegebenheiten am Strand von Noordwijk genutzt.

Trotz reichlich Unterstützung ihrer Trainer und Eltern, aus der heimischen Wirtschaft und der Ortsgruppe Ennigerloh war der Weg bis zur „Rescue“, wie die Weltmeisterschaft genannt wird, nicht geradlinig. Zwischen Schließung des Hallen- und Öffnung des Freibades in Ennigerloh hing die Schwimmgruppe einige Tage ohne Trainingsmöglichkeit in der Luft. Außerdem: Abwechselnd hatten fast alle Mädels der Ennigerloher Truppe mit Verletzungen zu kämpfen. Lena Averdung laboriert noch immer an einem Kreuzbandanriss und kann daher an den Lauf- und Sprintwettbewerben nicht teilnehmen. Darüberhinaus sind nun alle fit und gehen ungeduldig, aber gut vorbereitet in die Wettkämpfe. „Ich bin wirklich gespannt und traue den Mädels allerhand zu“, sagt Trainerin Vera Oliwa kurz vor der Abreise.
Der Schwerpunkt der Ennigerloher Mannschaft liegt auf den Hallenbad-Disziplinen: „In den Staffeln traue ich den Mädchen eine Finalteilnahme zu“, hatte Dr. Lothar Thorwesten schon zu Beginn des Jahres gesagt. An der Einschätzung hält der Teammanager nach wie vor fest. Nicht zuletzt der deutliche Staffelsieg bei der Westfalenmeisterschaft sowie jetzt die Vorplatzierung an erster Stelle bei der Deutschen Meisterschaft im Oktober sagen Einiges aus über die Leistungsstärke der Ennigerloher Mädels.

Außerdem: In den vergangenen Monaten hatte Astrid beim bundesweiten Junioren-Rettungspokal die Disziplin 100 Meter Lifesaver gewonnen. Målin stellte eine Woche später einen neuen deutschen Juniorenrekord beim 100 Meter Retten mit Flossen auf. Zudem hat sich Clara mit guten Ergebnissen im Strandsprint für die Junioren-Nationalmannschaft der DLRG qualifiziert und ist jetzt – zusätzlich zu ihren Starts mit dem Team Ennigerloh – schon eine Woche früher in Eindhoven und Noordwijk im Wettkampfmodus.

In den Niederlanden dürfen die Mädels keinen Urlaub erwarten: Das Aufwärmen im Hallenbad beispielsweise beginnt um 7 Uhr – der Wecker wird also um 5.30 Uhr klingeln. Und der Wettkampftag wird nicht vor 20 Uhr zu Ende sein. Für Unterkunft, Verpflegung, Reisekosten und Startgeld von mehreren hundert Euro müssen die ambitionierten Rettungssportlerinnen selbst aufkommen.
„Wir arbeiten seit neun Monaten darauf hin und wir wollen nun endlich zeigen, was wir die ganze Zeit gemacht haben“, sagt Målin Thorwesten voller Vorfreude.